In meinem nächsten Urlaub soll es nach Irland gehen. Da geben die diesjährigen Regensturzfluten doch gleich einen guten Vorgeschmack auf die Luftfeuchtigkeit. Der Hund bedauerte letztens ernsthaft, dass mir ein Schirm ausgeliehen wurde, weil von dessen Rand der Regen in Strömen auf seinen Rücken fiel. War aber gar nicht schlimm, denn es war ein wunderschön warmer Sommerregen. Für einen Hund ist das natürlich viel schlimmer, als bei Minusgraden in die Leutra zu springen - deshalb habe ich in bei der Ankunft zu Hause natürlich mit einem angemessenen Stück Käse entschädigt.

Jetzt bereite ich mich darauf vor, dass das Gras in Irland ja viel grüner als hier sein soll. Ich werde darauf achten. Aber wie kam ich auf Irland: es war abends auf einem Sommerfest. In einer Runde mit Bekannten kamen wir bei Musik meiner Lieblingsband FIDDLER´s GREEN darauf, dass wir doch alle gern mal nach Irland fahren wollten. Schon vor über zwanzig Jahren half das Debütalbum von FIDDLER´s GREEN von 1992 meiner Zimmerkameradin und mir das triste Internatszimmer im Dachgeschoss des Gauforums in Weimar zu verschönern.

Und deshalb machten wir eine Woche später Nägel mit Köpfen: 4 Leute fahren nach Irland. Jetzt geht es an die Details. Wir wollen eine Rundfahrt mit einem Mietwagen machen. Gleich erwischt uns die erste Warnung, dass wir uns bei der Übergabe des Autos nicht irgendwelche sinnlosen Versicherungen aufschwatzen lassen sollen, da das Fahrzeug umfassend versichert ist. Das ist im Hinterkopf gespeichert. Nächste Baustelle: wie beschränke ich mich mit Regenkleidung auf 20 kg Gepäck? Und dann habe ich dass herrliche Luxusproblem auf einer Reise zurück meistens mehr dabei haben als auf der Hinreise, weil ich natürlich dem Shoppen nicht ernsthaft widerstehen kann. Ich habe mal nach einem Großeinkauf in Bangkok ein großes Paket an mich geschickt. Das war fast ein halbes Jahr per Schiff unterwegs für etwa 35 € - das ist ein wahres Schnäppchen im Vergleich für 60 € je Kilogramm Übergepäck. Nach der langen Zeit hatte ich das Paket vollkommen vergessen und es war ein Riesenspaß beim Auspacken, da ich total vergessen hatte, was ich alles versendet hatte. Zum Vorschein kamen dann zwei Bücher über Jim Thompson (das Haus sollte man unbedingt bei einem Aufenthalt in Bangkok besuchen), einige Seidentücher, noch ein paar Souvenirs, meine Handtücher, ein paar Bücher auf Englisch, die vor fast fünfzehn Jahren nicht so einfach in Deutschland zu bekommen waren und mein dicker fetter Lonely Planet, den ich für den letzten Tag nicht mehr brauchte. Da hatte ich dann den Platz im Reisegepäck, um mich noch etwas neu einzukleiden. Auch die Reiseführer über Irland haben große Kapitel, was man wo toll einkaufen kann. Aber vielleicht sollte ich mich erstmal auf die Kultur konzentrieren - schließlich hat Irland ja eine Menge daran zu bieten.

Was wir nicht brauchen sind Schutzimpfungen (außer die, die wir ohnehin haben), Visa, die Extra-Genehmigungen namens ESTA für die Vereinigten Staaten, einen Reisepass (es reicht der Personalausweis), Geldtauschen. Da wird doch ganz schnell wieder klar, wie bequem es in der Europäischen Union ist: wir haben offene Grenzen und brauchen einfach nur noch ein Ziel, um dorthin zu reisen. Davon haben Menschen in früheren Zeiten als unerreichbar geträumt.

Jetzt bin ich immer noch nicht weiter, was ich nun mitnehme. Ich habe gelesen, dass sich die Jahreszeiten in Irland anhand der Temperaturen des Regens unterscheiden lassen. Welche Regenkleidung packe ich nun ein? Meine Wanderschuhe sind nicht toll beim Autofahren, Turnschuhe nässen schnell durch - das wird bestimmt eine Weiterbildung der besonderen Art, nach der ich dann auf jeden Fall für den danach folgenden Urlaub weiß, welche Schuhe passend sind. Oder ich werde das Klischee erfüllen und: Schuhe kaufen mit dem Hintergedanken des 20-kg-Gepäcklimits.

Nächste Planungsfrage: der Einkauf beim Duty-Free-Shop. Bei Urlaub in warmen Ländern habe ich mir einen Einkauf im Duty-Free-Shop bisher verkniffen, damit das Parfüm nicht zu Essig wird und vor dem Rückflug war ich mir nicht immer sicher, ob es sich auch um Originalprodukte handelt. Das wäre bei Irland nicht das Problem. Ich habe aber beim letzten Urlaub gesehen, dass ich mich beim Duty-Free-Shop registrieren kann und mir die Sachen, die ich mir ausgesucht habe, bis zu drei Wochen vorher an meine Heimatadresse schicken lassen kann. Das wäre die ultimative Lösung für mein Gepäcklimit-Problem. Aber ich wäre dann schon vor dem Abflug in der Shopping-Falle. Also: Planung zurückstellen.

Was jetzt noch alles zu tun ist: das Absprechen mit meiner Vertretung, die zeitlich genaue Planung, alle vier Reisenden koordinieren und dann die schwere Wahl der genauen Route.

Das geht am besten an einem Sonntagnachmittag bei einem Überlegungsbier. Zuerst die Frage: welcher Zeitrahmen steht uns zur Verfügung. Welche Touren sind dafür empfehlenswert? Das war einfach. Und schon geht es ans Buchen. Auch das ist keine größere Schwierigkeit. Da es im Internet auch nicht billiger ist als im Reisebüro, gehe ich ins gleich Reisebüro. Dort bekomme ich eine gute, persönliche Beratung von Fachleuten, die Erfahrung haben und mir auch weitere Tipps für die Reise geben können.

So geht die Zeit bis zum Abflug schnell vorbei. Im Flieger habe ich dann wohl endlich mal die Zeit, im Reiseführer zu schauen, was wir uns für eine Tour eigentlich ausgesucht haben...