Bei einer Scheidung wird regelmäßig von Gesetzes wegen ein Versorgungsausgleich durchgeführt. Das bedeutet, dass die Rentenanwartschaften der Eheleute verglichen werden und derjenige, der weniger Rentenanwartschaften hat, einen Ausgleich von den Rentenversicherungsträgern des besser versorgten Ehegatten bekommt. Dies gilt auch für Riester-Renten und andere Geldanlagen zur Altersvorsorge. Wenn ein Ehegatte sich weigert, die für den Versorgungsausgleich notwendigen Angaben zu machen (z. B. Ausfüllen des Versorgungsausgleichsformulars, Angabe der Rentenversicherungsnummer), kann gegen ihn ein Zwangsgeld verhängt werden. Wenn dies nicht hilft, dann kann auch Zwangshaft bis zur Erteilung der Information verhängt werden. Ein solches Zwangsgeld oder spätestens die Androhung der Zwangshaft führt erfahrungsgemäß dazu, dass die fehlenden Angaben dann doch zähneknirschend nachgeholt werden. Hierbei ist wichtig, dass auch bei Nachholen der Angaben nicht zurückgezahlt wird und die Anwaltskosten für das Zwangsmittlverfahren auch noch vom Informationsverweigerer zu tragen sind, vgl. BGH, Beschluss vom 06.09.2017 - XII ZB 42/17. Dies hätte die informationsverweigernde Partei also deutlich billiger haben können.

Was noch schmerzhafter ist: der Informationsverweigerer erhält auch keine Verfahrenskostenhilfe und bleibt vollständig auch seinen Anwaltskosten sitzen - nur weil er diese Informationen verweigert hat, vgl. BGH, Beschluss vom 21.06.2017 - XII ZB 42/17.