Nach dem Urteil des LG Meiningen darf der von einem Verkehrsunfall Geschädigte ein Kraftfahrzeug zum Unfallersatztarif (dem teuersten Mietwagentarif) anmieten. Trotzdem muss der Geschädigte den Schaden für den Gegner möglichst gering halten. Deshalb darf die gegnerische Haftpflichtversicherung die nach dem Unfallersatztarif erstattungsfähigen Mietwagenkosten nach dem Tarif überörtlicher Autovermietungen schätzen.

Vorsicht, Falle!

Das bedeutet, man sollte es bei der Anmietung eines Kraftfahrzeuges tunlichst vermeiden, auf den Unfall hinzuweisen und nach dem günstigsten Tarif fragen. Diesen Tarif sollte man dann im Internet mit den Tarifen überörtlicher Autovermietungen vergleichen. Dies ist im ländlichen Raum oft kaum möglich, weil es erst in der nächstgrößeren Stadt überhaupt Autovermietungen gibt, die jedoch nicht immer Fahrzeuge vorrätig haben oder auch gleich nur den Unfallersatztarif anbieten. Daher sollte man sich im Familien- oder Freundeskreis erkundigen, ob man vielleicht dort ein Fahrzeug leihen kann und lieber Nutzungsausfall geltend machen als einen Mietwagen zum Unfallersatztarif zu buchen.

Wenn keine andere Möglichkeit als der Unfallersatztarif bleibt, sollte man auf jeden Fall nachweisen, dass man sich nach dem günstigsten Tarif erkundigt hat. Trotzdem besteht das Risiko, auf der Differenz zwischen Unfallersatztarif und überregionalen günstigen Tarif sitzen zu bleiben.